Gebet Pater Rupert Maier
Wir gedenken in der Kirche St. Pius Pater Rupert Mayer!
Herr, wie Du willst, so soll mir gescheh‘n und wie Du willst, will ich geh’n;
hilf Deinen Willen nur versteh‘
n! Herr, wann Du willst, dann ist es Zeit;
und wann Du willst, bin ich bereit,
heut und in Ewigkeit.
Herr, was Du willst, das nehm‘ ich hin
und was Du willst, ist mir Gewinn;
Genug, dass ich Dein eigen bin.
Herr, weil Du’s willst, drum ist es gut;
und weil du’s willst, drum hab` ich Mut.
Mein Herz in Deinen Händen ruht! Zu Pater Rupert Mayer: Frühe Jahre und Berufung:
Rupert Mayer wurde 1876 in Stuttgart geboren. Nach dem Abitur und dem Studium der Philosophie und Theologie trat er 1900 in den Jesuitenorden ein. Sein Wunsch war es, „Volksmissionar“ zu werden, nahe bei den Menschen zu sein. 1912 kam er nach München, der Stadt, die sein Hauptwirkungsort werden sollte. Der Erste Weltkrieg:
Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs meldete sich Mayer freiwillig als Feldgeistlicher. Er wurde an den gefährlichsten Frontabschnitten in Frankreich, Galizien und Rumänien eingesetzt. Er war bei den Soldaten äußerst beliebt, da er ihr Schicksal teilte und ihnen mutig beistand. 1916 verlor er durch eine Granate sein linkes Bein. Für seinen Einsatz erhielt er als erster Geistlicher überhaupt das Eiserne Kreuz I. Klasse. Wirken in München (Weimarer Republik):
Nach dem Krieg kehrte er nach München zurück und wirkte trotz seiner Behinderung unermüdlich. Er wurde zum Präses der Marianischen Männerkongregation am Bürgersaal, die unter seiner Führung enormen Zulauf erhielt. Gleichzeitig engagierte er sich massiv im sozialen Bereich („Caritas-Apostel“), organisierte Hilfe für die Armen, Arbeitslosen und Kriegsversehrten in der wirtschaftlich schwierigen Zeit der 1920er Jahre. Widerstand gegen den Nationalsozialismus:
Pater Mayer erkannte sehr früh die Unvereinbarkeit von christlichem Glauben und nationalsozialistischer Ideologie. Bereits in den frühen 1920er Jahren trat er als öffentlicher Gegner Hitlers auf. Nach der Machtübernahme 1933 predigte er weiter mutig gegen das Regime, verteidigte kirchliche Rechte und prangerte die NS-Weltanschauung an. Sein berühmter Satz lautete: „Ein deutscher Katholik kann niemals Nationalsozialist sein.“ Verfolgung und Haft:
Seine offene Kritik führte zu Konflikten mit der Gestapo.
- 1937: Erstes Redeverbot, das er ignorierte, gefolgt von der ersten Verhaftung und Haft in Stadelheim und Landsberg.
- 1938: Erneute Verhaftung nach einer Amnestie, weil er sich weigerte, das Predigen einzustellen.
- 1939: Einweisung in das Konzentrationslager Sachsenhausen. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich dort dramatisch.
Das NS-Regime fürchtete, Mayer könnte im KZ sterben und so zum Märtyrer werden. Deshalb wurde er 1940 aus dem KZ entlassen, aber im Kloster Ettal unter strengen Hausarrest gestellt und total isoliert. Erst im Mai 1945, nach Kriegsende, konnte er nach München zurückkehren. Er nahm seine Arbeit sofort wieder auf, war aber gesundheitlich schwer gezeichnet. Am Allerheiligentag, dem 1. November 1945, erlitt er während der Frühmesse in der St. Michaelskirche einen Schlaganfall und starb kurz darauf. Seligsprechung:
Pater Rupert Mayer wurde 1987 von Papst Johannes Paul II. in München seliggesprochen. Sein Grab in der Unterkirche des Bürgersaals in der Münchner Fußgängerzone ist bis heute ein viel besuchter Wallfahrtsort.


